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Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

Dieser Satz ist seit vielen Jahren für Martin Plank das Motto im Februar.Denn alljährlich engagiert er sich beim König – Ludwig – Lauf in Oberammergau. Martin Plank, Jahrgang 1955, Mitglied der Freien Wähler bei uns in Garmisch-Partenkirchen, arbeitet im Klinikum Ga. – Pa. als Küchenleiter. Zunächst war er für etliche Jahre in der Außen stelle James Loeb in Murnau angestellt, bevor er im August 2006 nach Ga. – Pa. wechselte. Seitdem revolutioniert er mit einem Kollegen und dem Küchenteam den Speisezettel der Patienten, Mitarbeiter und Ärzte.


Martin Plank lebte beinahe 20 Jahre in Oberammergau und war dort auch schon bei den Freien Wählern engagiertes Mitglied der Liste von Papistock Peter. Immer schon war Martin kommunalpolitisch interessiert. Er hatte 4 Jahre lang das O´gauer „Kleine Theater“ gepachtet und war 13 Jahre lang Vorstand der Oberammergauer Eisstockschützen. Durch den Umzug und Wechsel nach Garmisch - Partenkirchen kam er zu den „Freien“ nach GaPa und unterstützt seitdem als stellvertretender Vorsitzender unseren Florian Möckl. In Oberammergau kennt man Martin Plank, er ist vor allem den Leuten ein Begriff, die stets den König – Ludwig – Lauf im Februar organisieren. Er ist für die Verpflegung der Läufer und der Mitarbeiter verantwortlich und leitet die Küche.

Ich traf Martin Plank während einer Pause im Küchentrakt des Klinikums. Bereitwillig
beantwortete er meine Fragen und erzählte mir, wie es rund um die 2-tägige Massenveranstaltung König –Ludwig – Lauf zugeht und wie diese verpflegungstechnisch bewältigt werden kann.

MW: Lieber Martin, schildere doch bitte, wie du zu deiner Aufgabe während des „Luggi“ – Laufs kamst.

MP: Ich kenne Karlheinz Götz, er sprach mich vor etwa 10 Jahren an, ob ich ihm helfen könnte. Er wollte nämlich sein Engagement beim Lauf beenden, denn er war selbstständiger Taxiunternehmer und 2. Bürgermeister , so dass es ihm einfach zu viel wurde. So kam ich in das Team.

MW: Wie war für dich der Einstieg beim Lauf?

MP: Ich musste mir alles selbst erarbeiten und aufbauen. Zunächst war alles umständlich, die Abwicklung der Verpflegung und die Kocherei für so viele Leute. Wir fingen mit Pastanudeln für die Sportler an, denn der Nudelhersteller Barilla sponserte in den ersten Jahren den Lauf. Es wurden ungeheure Mengen benötigt. Die Trockenware musste gekocht werden, dazu die Tomatensauce, anfangs in der Nato-Schule Oberammergau. Wir benötigten Verpflegung für etwa 4000 Personen. Mittlerweile nehmen ja über viereinhalbtausend Langläufer am König – Ludwig – Lauf teil.

MW: Wann beginnt ihr mit den Planungen?

MP: Drei Wochen vor dem KLL – Wochenende, also im Januar, geht´ s los. In einem Stadel nahe des Fußballplatzes, im Zielbereich des KLL, lagern die Vorräte und die gesamte Küchenausrüstung. Diese besteht aus 6 Gashockerkochern für 150l – Töpfe, 45 Thermoforen (25 l – Behälter für Tees und klare Fleischbrühe). Die Restbestände an Vorräten des vergangenen Jahres müssen gecheckt werden, denn danach richtet sich die Nach– und Neubestellung. Die Bestellung erfolgt dann 8 Tage vor dem KL-Lauf. Die Waren werden am Donnerstag vor dem König – Ludwig – Lauf angeliefert und in die Turnhalle neben dem Zielbereich gebracht, wo die Küche eingerichtet ist. Für die Getränkebevorratung ist wichtig, welche Temperaturen herrschen, denn bei Kälte trinken die Sportler lieber warmen Tee oder klare Brühe, während bei milder Witterung lieber Cola und Säfte genommen werden.

MW: Wie läuft nun der 1. Wettkampftag in der Küche ab?

MP: Der Samstag beginnt um 6 Uhr in der Früh. Alle Thermoforen werden mit lauwarmem Tee gefüllt, die dann zu den 6 Verpflegungsstationen entlang der Strecke
gefahren werden. Dazu werden auch Schokolade, Orangen, Bananen, Brot, Käse
mitgeliefert. Vor Ort (an den Verpflegungsstationen Linderhof, Graswang, Raambauern,
etc.) kümmern sich wiederum Mitglieder anderer Vereine als freiwillige Helfer um die portionsgerechte Ausgabe der Verpflegung und Getränke an die Läufer. Ein
Mitarbeiter ist immer in der Kaffeeküche, um die Verpflegung der freiwilligen Helfer
(immerhin 200 bis 300 Leute!) sicher zustellen.

MW: Was ist nun speziell deine Aufgabe?

MP: Ich kümmere mich um die Kässpatzen – die Firma Settele sponsert uns nämlich die Teigwaren, so dass wir keine Pasta mehr kochen. Ich mische in einer 150l
Edelstahlwanne die gekochten Spätzle mit Käse, Röstzwiebeln, Milch und Gewürzen.
Dann wird die Mischung in kleinereGastrobleche (Rainen) umgefüllt. In einem
Kombidämpfer werden die Kässpatzen dann ca. 10min erhitzt. In Plastikterrinen abgefüllt werden sie portionsgerecht an die Läufer verteilt. Die Läufer müssen leider beim Essen stehen. Der Trachtenverein bietet zusätzlich belegte Brote mit Käse und Wurst an, auch Schokolade, Bananen, Orangen, etc. zu trinken gibt es Bier, Tee, Saft.

MW: Habt ihr Organisatoren auch Pausen?

MP: Ja, während die Sportler draußen laufen, hat das Personal Zeit zum Mittagessen, bevor es wieder los- bzw.weitergeht.

MW: Wann endet der Küchentag?

MP: Etwa 3 Stunden nach dem König – Ludwig – Lauf (Start 9 Uhr, Ende spätestens 14 Uhr), also ca. 17 Uhr am Samstag ist die Crew geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sitzt dann noch zusammen und lässt den Tag Revue passieren. Man denkt aber bereits an den nächsten Tag, den Sonntag, mit dem eigentlichen Höhepunkt, dem Rennen, das über 50 km im klassischen Stil geht.

MW: Ist der nächste Tag einfacher zu bewältigen?

MP: Die Leute der Verpflegungsstationen draußen melden mir zuerst einmal, was speziell benötigt wird. Der nächste Tag läuft im Grunde genommen ähnlich ab, doch er endet oft spät. Meistens feuchtfröhlich, weil alles vorbei ist und jeder sich freut, dass wieder so gut zusammengearbeitet wurde und alle Sportler gut versorgt geworden sind. Nach dem Motto: Nach dem König – Ludwig – Lauf ist vor dem König – Ludwig – Lauf wird schon ein wenig vorausgeschaut aufs kommende Jahr, denn es muss ja wieder eine Freiwilligen – Truppe da sein, um diese logistische Herausforderung hinter den Kulissen des spektakulären „Luggi“ – Laufs zu organisieren. Altersbedingt gab es im letzten Jahr einige personelle Veränderungen, doch an und für sich sind meistens dieselben Leute bei der Organisation dabei.

MW: Warum engagierst du dich eigentlich für den König – Ludwig – Lauf?

MP: Der Reicherl Hans, der macht im nächsten Jahr den 42. KL Lauf. Ich kenne ihn als Chef des Laufs schon lange. Ich kann sagen, er ist der personifizierte König – Ludwig – Lauf! Aus Verbundenheit zu ihm mache ich deshalb seit Jahren mit und nehme dafür stets 1 Woche Urlaub. Martin Plank sagt am Ende noch: „Es ist immer ein Riesenaufwand zusätzlich zur normalen Arbeit im Alltag. Aber so lange der Hans Chef beim König – Ludwig – Lauf ist, bin ich auch dabei!“


Das Gespräch führte Margret Widemann mit Martin Plank.